Wenn Oma und Opa von Früher erzählen ist das immer interessant. Noch interessanter ist aber, wenn sie von frühren Schulzeiten berichten. Da hatte jeder einen Griffel, ein Tuch und eine kleine Schiefertafel im ledernen Schulrucksack. Wenn einer das 1 x 1 nicht beherrschte, gab es was mit dem Stock, war man frech, gab es gleich noch mal eine. Konnte man nicht Lesen, Schreiben oder Rechnen, war man dumm.
Entweder fügte man sich oder Lehrer und Eltern gaben einem zu verstehen, dass man musste. Die damalige Methodik und Didaktik war sehr einfach gestrickt, nur in Frontalunterricht mit anschließender Einzelarbeit verbunden. Für sehr schüchterne Schüler war es äußerst peinlich vor der ganzen Klasse laut vorzulesen. Aber da half nichts, der Schüler musste seine Scham überwinden und lesen.
Selbtserarbeitete Vorträge gab es damals nicht, soviel Selbstständigkeit war gar nicht gewünscht. Im Laufe der Jahre hat sich die Art der Bildung stark verändert und positiver Weise auch die Methodik und Didaktik entwickelt. Heute möchte man gerne eine selbstbewusste und eigenverantwortliche Gesellschaft und muss sie dem entsprechend in Kindergärten und Schulen an diese Anforderungen heranführen. Unsere Bildungsfreiheit heutzutage, ermöglicht es sogar Kindern mit Lese-/ Rechtschreibschwäche oder Legasthenie, ein Gymnasium zu besuchen. Bildung hat sich nämlich auch dahingehend geändert, dass individueller gefördert wird. Leider bremst das aber manche Klassen derartig auf, dass das Leistungsniveau 20 % unter dem Standart liegt.
Sind wir dann endlich aus der Schule entlassen, geht die Bildung auch schon weiter, welchen Beruf wähle ich, was wird vermittelt, passt das zu mir. Nach der Schule kann man sich also mehr an seinen Stärken orientieren. So gibt es durchaus auch die Möglichkeit, auf einem Hauptschulabschluss, ein Abitur auf dem 2. Bildungsweg zu absolvieren. War Bildung früher eine Tür durch die man durchging, sind es heute unzählig viele Türen. Auch nach einer Ausbildung kann man eine 2. und 3. Ausbildung anstreben. Je mehr Bildungsmöglichkeiten es in einer Gesellschaft gibt, desto vielschichtiger wird sie. Und auch im Beruf gibt es Seminare und Kurse zum Weiterbilden und Aufstocken. Wo wären wir, wenn sich unser Bildungswesen nicht so derart entwickelt hätte. Je mehr Bildungsmöglichkeiten es in einer Gesellschaft gibt, desto vielschichtiger, aber auch individueller wird sie werden.
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